Behaglichkeit in
geschlossenen Räumen
Die Behaglichkeitszone weicht von Land zu Land geringfügig
ab, da sich die Bewohner an das jeweilige Klima angepasst haben.
Auch unterscheiden sich die Behaglichkeitswerte individuell besonders
nach Alter und Geschlecht der betreffenden Personen. Frauen und
alte Männer verlangen in der Regel nach einer Lufttemperatur,
die 1 - 3 ºC über den Durchschnittswert liegt.
Raumwärme wird von Menschen in Ruhestellung zwischen 18-20°C
und bei der Arbeit zwischen 15-18ºC je nach Bewegung als Angenehm
empfunden. Für Wohnräume sollte daher eine Lufttemperatur
von 18 - 22ºC vorliegen.
Sehr niedrige Oberflächentemperaturen führen zur Kälteempfindung,
zum Beispiel Außenwände mit schlechten Wärmedämmeigenschaften.
Andererseits sind hohe Belastungen durch Bestrahlung, zum Beispiel
in Hütten oder Glasbetrieben üblich, und sind unangenehm.
Das Mittel der Oberflächentemperatur der raumumschließenden
Bauteile sollte etwa der Raumlufttemperatur entsprechen. Nach einer
alten Fastformel sollten beide Temperatur zusammen 36ºC ergeben.
Der vertikale Temperaturgradient der Raumluft sollte gering sein
und möglichst nicht 2,5 K überschreiten. Der Mensch fühlt
sich wohl, wenn der Kopf kühl und die Füße warm
sind. Im Raum ist es aber umgekehrt. Der vertikale Temperaturgradient
wird durch die Heizung beeinflusst, wobei sei bei der Konvektionsheizung
größer und bei der Strahlungsheizung kleiner ist.
Die Empfindungstemperatur erklärt die Tatsache, warum bei gleicher
Raumtemperatur unterschiedliche Wärmegefühle entstehen.
Sind die Innenflächen mit Holz oder Wärmedämmstoffen
versehen, so entsteht das Gefühl der Behaglichkeit bereits
bei Temperaturen von 18ºC. Dagegen ist bei massiven Wänden
und Decken für die gleiche Empfindung eine Lufttemperatur von
22 bis 25ºC erforderlich. /1/ Ähnliche Empfindungen können
auch durch die Farbgestaltung erzielt werden.
Quelle:
/1/Eichler, F.; Arndt, H. ; Bautechnischer Wärme- und Feuchteschutz,
Berlin, Verlag für Bauwesen, 1989, S.87 ff
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